Wie Deine Ahnen Dich im Leben unterstützen können

23. Okt. 2025 | Jahreskreisfeste, Rituale, Schamanismus

Was weißt du eigentlich über deine Ahnen? Wenn wir an die Ahnen denken, haben wir meistens Bilder im Kopf von alten Schwarz-Weiß-Fotos, auf denen uns undurchdringliche, ernste Gesichter entgegen starren und selten ein Lächeln zu sehen ist. Oder wir denken an alte Geschichten, die nur hinter vorgehaltener Hand erzählt werden. Bislang fielen mir auch Szenen aus Gruselfilmen ein, wo auf alten Fotos ein Ahne ausgeschnitten wurde.

Bruchstückhafte Erinnerungen

Und wenn wir unsere Eltern fragen, was sie uns über ihre Ahnen erzählen können, wissen sie oft keine genaue Antwort. So ist es auch mir ergangen. Bei den Urgroßeltern hört die Erinnerung auf oder ist nur bruchstückhaft. Zu manch einem Ahnen ist überhaupt nichts bekannt. Und über manche wird in einigen Familien gar nicht erst gesprochen. Es sind die Ausgestoßenen, die verdrängt, vergessen, verschwiegen, vertrieben und verbannt wurden.

Samhain, das Fest der Ahnen

Im Rahmen meines ersten Heilkreises, der kommenden Freitag stattfindet, und sich im Zuge des nahenden Samhain-Jahreskreisfestes, an dem wir unseren Ahnen gedenken, beschäftige ich mich mit dem Stammbaum meiner Familie. Ich habe mich nie wirklich intensiv mit meinen Ahnen auseinandergesetzt. Sie waren irgendwie „da“, mal mit, mal ohne Geschichten. Doch je mehr ich in dieses Thema eintauche, desto vielschichtiger und spannender wird es.

Im Gegensatz zu anderen Völkern, die ihre Ahnen verehren, ihnen einen Altar widmen oder sie anlässlich des Día de los Muertos (Tag der Toten) feiern, haben wir sie oftmals längst vergessen. So, als hätten sie niemals zu uns gehört, weil sie verstorben sind. Und warum soll man an Verstorbene denken? Daran wird erkennbar, wie wenig bis gar nicht wir uns mit dem Tod auseinandersetzen.

Mit Ahnenarbeit zu einer kraftvollen Lebensvision

Doch erst, wenn du weißt, wer deine Vorfahren sind, welche Geschichten sie haben, welche Gaben und Talente, welche Schatten, kannst du dich auf deine wahren Wurzeln besinnen und zu dir selbst und einer kraftvollen Lebensvision finden. Denn nur wenn du wirklich weißt, woher du kommst, kannst du dir bewusst werden, in welche Richtung sich dein Lebenspfad entfalten kann. Du wirst zudem besser verstehen, warum du im Leben sonst falsch abgebogen bist.

Wer bin ich?

Nach einer schamanischen Reise in einer Anfängergruppe erzählte mir eine Teilnehmerin, sie hätte die Spirits befragt, wer sie sei. Zum einen war diese Frage für ihre allererste Reise überhaupt viel zu groß, zum anderen  spiegelt sie auch unsere Ungeduld wider, die uns auf dem spirituellen Weg oftmals konfrontiert und manchmal gar verzweifeln lässt. Wisse: Alles braucht seine Zeit. Zum anderen offenbart sich manches uns erst, wenn wir soweit sind. Und wie können wir uns diese Frage überhaupt beantworten, wenn wir nicht wissen, wer unsere Vorfahren sind, seien es die sichtbaren Ahnen oder die ausgestoßenen.

Leider ist es oft so, dass wir auf dem spirituellen Weg gerne mal ein paar Entwicklungsschritte überspringen wollen, um schneller ans Ziel zu kommen, weil wir gewohnt sind, nach Vorgabe zielführend zu arbeiten und zu funktionieren. Zum anderen sind wir mittlerweile so konditioniert und daran gewöhnt, dass alles verfügbar ist. Alles ist nur einen Mausklick entfernt, alles lässt sich herunterladen, kaufen oder streamen – sei es die Erleuchtung, die Erlösung, das große, kosmische Begreifen oder die seelische Transformation.

Erlösung auf Knopfdruck?

Und alles, woran wir uns gewöhnen wird normal. Aber so funktioniert der schamanische Erfahrungs- und Erkenntnisweg nicht: Denn wenn du einmal diesen Weg eingeschlagen hast, wirst du irgendwann merken, dass Prozess- und Ritualarbeit nicht mit güldenem Einhornglitzer bestäubt ist oder sich glamourös anfühlt. Ganz im Gegenteil: Es ist energetische Arbeit, die einiges von dir verlangt und dich mit unbequemen Wahrheiten konfrontiert, auf dass du dem Ruf deiner Seele aufrichtig folgen kannst.

Zeit der Generationskonflikte

So finde ich es interessant zu lesen, dass Menschen, die sich ihren Ahnen verbunden fühlen, spüren können, welche Kraft von ihnen ausgeht und wie sie in ihrem Leben von ihnen unterstützt werden. Deshalb will ich mir dies einmal näher anschauen, in diesen Zeiten braucht es nämlich viel Kraft.

So spüre ich im Moment im Kollektiv so viel Unruhe, Orientierungslosigkeit und Aggression wie nie. Die Menschen sind krankheitsanfällig, gestresst, überfordert, dünnhäutig. Darüber hinaus werden künstlich Generationskonflikte geschürt, die gegenseitige Schuld befeuert, Verantwortung achtlos abgegeben. Immer mehr zeigt sich, was die Abwesenheit der Väter bei den Söhnen angerichtet hat, was die Konflikte zwischen Mutter und Tochter mit sich gebracht haben. Zum anderen beobachte ich auf Social Media immer öfter, wie sich die „Boomer“, Generation X, Y & Z verbal bekriegen. Es geht um Kritik, Rebellion – mal gelebt, mal unterdrückt – Frustration, Angst, Trotz und das Finden der eigenen Identität. Dazu wummert rotzig-trotzig im übertragenen Sinne „My Generation“ von The Who aus den Boxen.

Das Rad des Ungesagten und Ungeheilten

Würde der Bass immer noch so wütend wummern, wenn wir uns mit unseren Vorfahren aussöhnen und all die Ausgestoßenen zurück in unser Ahnenfeld zurückholen würden? Das ist wie ich finde eine spannende Frage. Wir alle sehnen uns nach Frieden, doch anfangen müssen wir alle bei und in uns selbst.

In Generations- und auch Familienkonflikten geht es immer wieder um das nicht gesehen, gehört, akzeptiert und geliebt werden, den Mangel an tiefer Verbindung und um Schuldzuweisungen. Und so dreht sich das Rad des Ungesagten und Ungeheilten weiter, wird von Generation zu Generation weitergetragen, bis sie davon erdrückt wird. Toxische Beziehungen bzw. Beziehungsmuster und Verstrickungen innerhalb der Familie bzw des Ahnenfeldes verselbständigen sich irgendwann, bis sie als „normal“ betrachtet oder weitergelebt werden, ohne sie je zu hinterfragen. Doch das sollten wir. Vor allem sollten wir uns in diesen Zeiten fragen, wie wir unser Feld, zu dem auch unsere Ahnen gehören, klären können.

Das Ahnenfeld aus schamanischer Sicht

So kann eine mangelnde Verbindung zu den Ahnen erklären, warum sich manche Menschen in schwierigen Zeiten entwurzelt und orientierungslos fühlen oder immer wieder in alte schädliche Muster verfallen. Schlimmstenfalls kann sich aus all dem Unerlösten eine Krankheit manifestieren, weil das Energiefeld von all diesen negativen Kräften gespeist wird und damit geschwächt ist.

Aus schamanischer Sicht verkörpern die Ahnen das Energiefeld, in das unsere Seele hinein geboren wird, weil die Schwingung der eigenen Seele mit der Schwingung des jeweiligen Familiensystems in Resonanz geht. Allerdings trifft die Seele hier nicht nur auf gute Kräfte und Muster, sondern auch auf Blockaden, negative Energien und toxische Beziehungsgeflechte. In dieses Resonanzfeld bringen wir im Laufe unseres Lebens unsere eigenen Schwingungsmuster hinein, ob positiv oder negativ, heilend oder toxisch. Und so finden wir unsere eigenen Muster auch im weiten Feld der Ahnen verankert.

Gaben und Talente unserer Ahnen

Indem wir uns mit unseren Vorfahren beschäftigen, ihnen vergeben, sie loslassen, wenn sie uns Schmerzen zugefügt haben, wenn wir die Ausgestoßenen in unser Ahnenfeld integrieren, können wir ihren Beistand erfahren. Sie können uns den Rücken samt unserer Wurzeln stärken.

Wir können uns für ihre wegweisenden Gaben und Talente öffnen, von denen wir bisher nichts gewusst haben.

Wir können uns bewusst darüber werden, warum unsere energetische DNA wie geprägt wurde.

Zudem können wir uns auf Spurensuche begeben, warum sich bestimmte Muster oder Ereignisse im Familiengeflecht bzw. in unserem Leben wiederholen.

Wenn wir uns dieser Muster und auch Konditionierungen bewusst sind, können wir tiefer verstehen und somit aus der eingefahrenen Spur heraustreten, um neue Wege zu gehen. Wir können endlich den Weg verlassen, der von einer Energie geprägt war, die gar nie unsere eigene war. Wie jede Familie, jedes Ahnenfeld seine eigene Schwingungsenergie hat, verfügt sie über ein typisches Mantra, was unbewusst übernommen und immer wieder weitergegeben wird.

Familientypische Mantren

Wie oft habe ich im Yogaunterricht oder an schamanischen Abenden in verdutzte Gesichter geschaut, wenn ich diese ureigenen familien-typischen „Mantren“ ansprach und die Teilnehmer sich nach langer Zeit bewusst wurden, dass die ihnen eingetrichterten Glaubenssätze gar nicht ihre eigenen waren bzw. ihrer Energie entsprachen. Es ist unglaublich, wie stark sich z. B. ein „Du kannst das nicht“ auf das gesamte Leben auswirken kann, von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Doch diese Mantren verlieren mittlerweile gefühlt immer mehr Macht.

Gerade in den heutigen Umbruchzeiten habe ich den Eindruck, dass alte Energiemuster, Glaubenssätze und Zeitqualitäten sich mehr und mehr auflösen – sie greifen nicht mehr. Kollektiv herrscht noch ein starres festhalten wollen an alten „Tugenden“, die in der heutigen Zeit aber keine Wirkung mehr haben. Ein „Das haben wir schon immer so gemacht“ hat sich überlebt.

Es ist Zeit für Heilung und neue Impulse

Diese Zeitqualität hinterlässt bei mir den Eindruck, dass es nun auch an der Zeit ist, all diese grauen Wolken, die über unserem Energiefeld hängen, zu vertreiben – sei es im Hinblick auf gegenseitiges, respektvolles Zuhören, friedliche Kommunikation, die Bereinigung negativer Kräfte im Ahnenfeld. Es ist Zeit für Heilung und neue Impulse im Feld. Es ist Zeit, dich über die Verbindung mit deinen Ahnen auf die Reise zu dir selbst begeben, um deiner ureigenen Kraftlinie zu folgen.

Das nahende Jahreskreisfest Samhain zusammen mit Ahnenarbeit inspiriert dazu, die energetische DNA, in der Unerfreuliches aus der Vergangenheit gebunden ist, zu klären. In der schamanischen Arbeit versuchen wir, alte Konditionierungen und Programme im Unterbewusstsein zu „löschen“, um diese wieder neu zu überschreiben. Die im Yoga zu Hause sind, wissen um die Macht des Chitta, des Unterbewusstseins, wo sich alte Abdrücke, Samskaras genannt, sammeln, und in der alltäglichen Wirklichkeit unser Leben und Handeln beeinflussen.

Alles beginnt in Dir

Ich freue mich auf meinen ersten Heilkreis-Abend, an dem wir vor allem den ausgestoßenen Ahnen gedenken. Wir öffnen ihnen den Heiligen Raum, damit sie ihren wahren Platz einnehmen. Auf dass wir, mit ihnen gestärkt im Rücken, friedvoll unseren Weg finden können. Gerade jetzt braucht es eine neue Erde mit neuem Bewusstsein, Frieden und Achtsamkeit – im Feld hinter uns, im Feld vor uns.

Und so beginnen wir mit dem Feld der Ahnen. Alles Weitere beginnt in DIR.

AHO.

Termine zu den Heilkreisen findest du HIER.

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